Archive for the 'Aua-Haua-Award' Category

Und ihr wundert euch, dass ihr bald tot seid?

Nov 30th 2009

Shopsterben, Teil 2.

Wir wissen alle, was UVP heißt: unverbindliche Preisempfehlung (des Herstellers). Meist liegt der Straßenpreis mehr oder weniger weit drunter. Nicht so bei Karstadt, da liegt er drüber.

Wer idealo und co. zu Rate zieht, wird das Kitglas zwischen knapp unter 100 (Random Online-Klitsche) und 128 Euro (Amazon) finden.

Aua-Haua-Award .

Und ihr wundert euch, dass ihr tot seid?

Nov 1st 2009

Quelle ist tot und alle gehen zur Beerdigung, denn das große Versandhaus lockt mit Schnäppchen. Heise berichtet, dass der Quellkot Server bereits die Flügel streckte. Und ich würde gern wissen, ob wirklich jemand die Angebote wahrnimmt, oder ob die bözen Surfer nur das virtuelle Kondolenzbuch suchen. Denn die Angebote haben es in sich.
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Aua-Haua-Award .

Pfotenshop

Oct 22nd 2009

Das Internetz ist toll, man kann nicht nur allen möglichen Schund kaufen, man kann die Erzeugnisse, die man mit dem erworbenen Gelumpe produziert hat, auch im Web verscherbeln. So gibt’s z. B. für Foto/Grafiker, 3D-Künstler, Zeichner, ect. Plattformen wie deviantArt und Augensound. Dass Ähnliches auch für Handarbeiten existiert, erfuhr ich erst via Twitter, als einige Teilnehmerinnen einer solchen Community vom Hersteller einer Outdoorartikelmarke abgemahnt wurden. Jack Wolfskin - kannte ich als Indoorfan nur vom Hörensagen. Klingt irgendwie nach ‘ner Rechtsrock-Combo aus Sachsen-Anhalt oder Meck Pomm.

Anyway - Tatbestand der Abmahnungen waren u. a. gestickte Hunde- und Katzenpfoten, auf branchennahen Hardcore-Outdoorartikeln wie Sofakissen. Denn Pfoten jeder (?) Art hatte sich Jack London Wolfskin vor Äonen in duzenden von Kategorien als Bildmarke schützen lassen. Mir kam dieses Logo so dermaßen bekannt vor. Klar, die TAZ hat ‘ne Tatze, die Tazzer haben sie ursprünglich auch entwerfen lassen, versäumten aber, sie als Marke einzutragen und verloren später einen Prozess gegen Jack Wolfskin. Die Welt ist krank, wissen wir längst. Aber irgendwo war noch ‘ne Pfote. Nein, ich meine nicht Blackwater. Die haben ‘ne Pranke. Vom Bären. So ein Bär nimmt einen Wolf zum Frühstück.


Photenshop: einmal Pinselspitzen


zweimal “Form”

Das wirft mindestens eine Frage auf: wie legal ist Photoshop? Kann Wolfman Jack Adobe zwingen, diese Pinsel- und Form-Presets zu entfernen? Photoshop ohne Pfotenpinsel wäre wie Windows ohne Internet Explorer, aber Justizia ist grausam. Besitzer von Taschenmessern wissen das. Kann man sein Messerchen mit einer Hand öffnen, ist das Mitführen in Deutschland verboten. Man darf diese Werkzeuge nur noch daheim anschauen. Jacks Abmahnstunt führt nun zu einer ganz neuen Erkenntnis: Wer die Presets/Templates einer legal erworbenen Grafiksoftware nutzt, um das Ergebnis seines Schaffens gewerblich zu vertreiben, riskiert ‘ne Klage wegen Verletzung des Markenrechts. Angesichts solcher Absurditäten würde es mich nicht im Geringsten wundern, bekäme Adobe die entsprechenden Auflagen. Corel machte bereits 1996 Erfahrungen mit der deutschen Staatsanwaltschaft, weil ihr Vektorgrafikprogramm Corel Draw einige verfassungswidrige Clip Arts enthielt.

Mit Beschluß vom 19. 11. hat die Staatsschutzkammer des Landgerichts München der daraufhin erfolgten Beschwerde von Corel nur insoweit entsprochen, als die Beschlagnahme vorerst abgewendet werden kann, wenn Corel die Verpackungen der Software mit einem Aufkleber versieht, der folgenden Text zeigt: “Achtung! Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Software-Lizenzvereinbarung dieses Produktes die mißbräuchliche Verwendung der in diesem Programm aufgeführten digitalen Bilder und Kennzeichen untersagt.”

So einen Sticker wünsche ich mir auch für jede Software, die irgendwelche Presets oder Templates enthält, die nur ansatzweise Ähnlichkeit mit einer geschützten Bildmarke aufweisen. Denn das groteske Markenrecht ad absurdum zu führen heiligt jedes Mittel.


Nicht nur bei T-Shirtdruckern beliebt: die putzigen Clip Arts aus MS Office

2003 sorgte Microsoft mit einem Patch dafür, dass das Hakenkreuz aus dem Font “Bookshelf Symbol 7″ in Office 2003 entsorgt wurde. Der damalige Senior Vice President der Microsoft Office-Abteilung - Steven Sinofsky - entschuldigte sich später in einem offenen Brief für den Faux Pas. Und schon sind wir beim nächsten Kandidaten. Ich habe rund zweihundert solcher Dingbat-Fonts im Archiv. Das sind diese “Schriftarten” die statt Buchstaben und Zahlen irgendwelche Symbole, Figuren, Ornamente oder sonstwas enthalten. Windows enthält solche Fonts: Webdings und Windings. Beide sind pfotenfrei. Aber ein kurzer Blick ins Archiv reicht, um Markenrechtsverbrechen aus längst vergangenen Tagen hervorzuzerren.


Pfui Deibel: die Pfoten waren anno ‘95 bereits 13 Jahre geschützt


Ein Strauß voller Schöpfungshöhe: 10 kleine Markenschwerstverbrechen

Nun ist es allgemein bekannt, dass Fontdesigner seit eh und je klauen wie die Musiker Raben. Jeder kommerzielle, lizenzpflichtige Font von Adobe, Corel und Microsoft wurde hundertfach geklont, bestenfalls marginal mit einer gecrackten Version von Macromedias Fontographer auf einem raubkopierten Windows 95/98 verändert und unter neuem Namen gratis im Web verbreitet. Das ging so lange gut, bis jemand herausfand, dass man mit Fonts gutes Geld verdienen kann. Macromedia hatte Fontographer von Altsys übernommen und später an Fontlab verscheuert.

Ein Sounddesigner hatte Systemklänge für Windows XP mit einer Raubkopie von Sonic Foundrys Sound Forge bearbeitet. Sound Forge ging später an Sony, während Macromedia von Adobe gefressen wurde. Auch Apples Titelgenerator Live Type (ehemals Bestandteil von Final Cut Studio) stammt nicht wirklich aus der Feder von Apples Entwicklern. Das Programm existierte lange vorher unter dem Namen India Titler Pro. Die Jungs aus Cupertino kauften es auf, spendierten dem Programm eine neue GUI und verscheuerten die altbackenen Effektpresets als Neuheit. Jeder klaut bei jedem, jeder macht seinen Schnitt dabei - wie unermesslich lächerwiderlich es erscheint, wenn nun eine Klamottenklitsche einige Stickerinnen abmahnt, das lässt sich nur schwerlich in Worte fassen. Wie pervertiert ein Rechtssystem ist, das solche Spirenzien zulässt, erst recht nicht.


Yo Mädels, selbst eure Arschgeweihe gibt’s schon ewig als praktischen Dingbat-Font

Freilich steht man auch mit einem Bein im Existenzminimum, wenn man selbst entworfene T-Shirts bei Spreadshirt verscherbelt. Denn auch dort hat der Wolf bereits Blut gerochen. Es sei wirklich niemandem angeraten, in Deutschland mit kreativem Schaffen Eigeninitiative zu zeigen und sei es, um ein Zubrot zu verdienen, um wieder einen Monat über die Runden zu kommen. “Geht Spargel stechen oder bettelt beim Staat um Almosen.” Genau das ist die Botschaft, die der Gesetzgeber mit jedem dieser Abmahnfälle mit Nachdruck gebetsmühlenartig wiederholt. Ein simples Template aus einem Grafikprogramm kann einen in Teufels Küche bringen. Das muss man erstmal verdauen. Auswandern bringt vermutlich auch nichts, denn größenwahnsinnige Unternehmen gehen der Menschheit global auf den Sack. Was definitiv fehlt, ist eine offzielle Blacklist von Firmen, die im Abmahnwesen bereits negativ auffielen. Deren Produkte und Dienstleistungen gilt es zu boykottieren. Nicht nur ein paar Wochen, sondern so lange, bis sie vom Markt verschwunden sind.

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Ciao Bella

Aug 25th 2009

Mich über alle Maßen wundernd, dass der legendäre Cowon A3 nirgends verfügbar ist, greife ich zum allerletzten Strohhalm und steuere ciao.de an. Und was stell ich fest? Die ham auch nimmer alle Latten am Zaun.

Falls online? Nee, ich bin offline, ihr Flitzpiepen. Mein Rechner surft ganz alleine durchs Web und sucht nach Produktinformationen. Man man man.
Aber es kommt noch besser:
Berichte die interessant sein könnten für Cowon A3 30720 MB - es folgen drei Testberichte zum Audi A3 TDI.

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Schuhe?

Aug 17th 2009

Im Grunde schätze ich die personifizierte personalisierte Werbung, die mir Amazon alle paar Tage zuteil werden lässt. Ab und an werden spannende Produkte feilgeboten, die ich dann meist dort kaufe, wo sie wirklich günstig sind. Bislang stand fest: Amazon kennt meine Bedürfnisse und oft wissen sie, wann es Zeit ist, mich daran zu erinnern. Gute Arbeit! Auch wenn den Schnitt in der Regel irgendeine andere Klitsche macht.

Heute jedoch:

Sie interessieren sich für Schuhe & Handtaschen? Entdecken Sie Marken wie z.B. Gabor, Gant und Moma im SSV bei Amazon.de/schuhe

Nope, ich interessiere mich nicht für Schuhe und erst recht nicht für Handtaschen! Und mir ist auch völlig schleierhaft, wie ihr auf die Idee kommt, ich würde irgendwelche Botten erwerben, auf denen “Moma” stehen könnte. Grundgütiger!

Was hab ich denn während der letzten Monate bei euch geordert? Einen thailändischen Film, eine EBV-Software und ein paar Bücher von Schopenhauer. Gesucht hatte ich vorwiegend nach Kameras. Gekauft hab ich auch welche, beide bei Redcoon, ihr ahnt weshalb. Unnu wollt ihr mir Schuhe unterjubeln?

Man man man

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Heul doch

Jun 20th 2009

Stell dir vor, die Popkomm fällt aus und keinen juckt’s!
Nur einen Tag, nach dem der Bundestag per Gesetzesbeschluss den Grundstein für die Internetzensur legte, preschte die bundesdeutsche Musik-Industrie hervor und sagte die Popkomm ab. “Aus Protest”, verkündete Dieter Gorny, Chef des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI). Das Gelächter der Internet-Community war groß - und dummerweise ist das Internet der Ort, wo die Musik von heute spielt. Längst nicht mehr nur illegal im finsteren Killerspielekeller vernachlässigter Realschüler.

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Kindle hat Redeverbot

Feb 11th 2009

Amazons eBook-Reader hat eine Vorlesefunktion. Nutzen darf man sie nur mit zusätzlichen Verwertungsrechten. Glaubt man zumindest meinen zu müssen.

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Die neue Ehrlichkeit

Feb 4th 2009

is ja selten, dass mich noch was wundert.

Das hier reichte immerhin für ‘ne halbe Augenbraue. Für ‘ne ganze reichte ein kurzer Dialog mit unserem Netzwerkadmin.

S: “Ham se das mit dem Abendblatt gehört? Klickt man auf deren Webseite, installiert sich ein Rootkit und läd Malware nach!”

A: ?

S: : “Naja, irgendein verdammtes Script zieht halt ein Rootkit. Vielleicht sollten wir die Springerseiten ersma komplett blocken.”

A: ??? WTF…
(Das “WTF” sah so aus, als ob er sich immer noch ein Malbuch unter “Malware” vorstellte)

S: (rhetorisch fragend!): “Sie wissen aber, was ein Rootkit ist?”

A: “Ääähm, nee…”

S: $erklärbär

A: “Unsere Systeme sind doch geschützt…. bla.”

Ich ging dann Kaffee kochen. Das verwarzte System ist mit Free-AV geschützt (das man gewerblich gar nicht nutzen soll darf - Read teh fucking AGB!). Die Signatur ist von Anfang Dezember. Und des Rootkits Job isses, den handelsüblichen Virenscanner ordentlich zu rammeln.

Aua-Haua-Award, Untrusted Computing .

U-Bahn-Zeit

Dec 18th 2008

Irgendwas führt mich inne Innenstadt. Böser Fehler!
Meine Homebasebahn, die U3 fuhr früher immer quer durch die Stadt, so dass man gemütlich von Barmbek nach Billstedt juckeln konnte, ohne umzusteigen. Es war immer hochgradig spannend, den Verfall zu beobachten. Ab Berliner Tor wurden die Fahrgäste zusehends abgewrackter.
Um dahingehend einen Ausgleich zu schaffen, beschloss der HVV, dass man nun am Berliner Tor umsteigen muss, weil die U3 dort plötzlich zur U2 mutiert und man dann im sozial-prekarisch neutralen Wandsbek landet.

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Aua-Haua-Award .

MicroMuzak

Sep 22nd 2008

Alle paar Tage ‘ne pralle Idee…

Einige Big-Labels wollen ihre Alben gezz auf ‘ner MicroSD anbieten. Das sind diese kleinen Speicherkärtchen wie man sie in Handies findet.

Ich bin auf die Cover gespannt, vielleicht liefern sie ja ‘ne Lupe mit.

Mit im Lieferumfang soll sich ein Adapter auf SD-Karte und ein kleiner USB-Reader befinden, sodass die Musik auf allen Geräten mit USB-Anschluss oder Standard-SD-Einschub angehört werden kann.

berichtet die Fachpresse. eBay wird sich freuen, wenn Heerscharen von Kleindealern ihre USB-Reader zum Schnäppchenpreis von 1 Euro feilbieten.

Auf den 1GB-Kärtchen soll ein Album im MP3-Format schlummern, mit HiFidelischen 320kBit/s - DRM-frei. Weil noch reichlich Platz bleibt, will man Bonuszeuch draufklatschen. Vielleicht das Cover als Screensaver? Im Grunde ist das nicht die schlechteste Idee, jedoch ist ein Album pro Datenträger anno 2008 bestenfalls ein müder Witz. Warum nimmt man nicht einen iPod nano und knallt ‘ne ganze Biografie drauf? Ach ja, Songs kann man von einem iPod überhaupt nicht von einem Rechner auf den anderen schieben, solange das schrottige Apple-OS drauf ist. Aber es gibt genügend Alternativen von iRiver, Cowon, Sony, wasauchimmer.

Nuja, sie werden schon noch dahinterkommen. So’n Album auf ‘ner MicroSD würde ich glatt kaufen, wenn die einzelnen Audio-Spuren drauf wären, zum Remixen freigegeben.

Aua-Haua-Award, Music Thäng ..

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