1000 tote Tintenpisser
Jan 13th 2008
Neulich is mein Drucker verreckt, ein Canon Pixma - also so ‘ne Consumerfotze vom Übelsten.
Naja, zunächst war nur die Farbe alle, aber Schwärze war noch lang da, bin ich mir sicher. Der Pixma hat für jede Grundfarbe einen extra Tank + 2x Schwarchz, macht summa sumarum 5 kleine Kübel voller Tinte. Normalerweise verhält es sich so, dass die Kiste noch eine Zeit in S/W drucken kann, wenn die bunte Plörre zur Neige geht. Angesichts der 2 Schwarztanks sollte der verdammte Canon also noch zig Seiten schnöden Text printen können, nach dem er der Colorien verlustig ging. Aber weit gefehlt, keine 5 Seiten nach dem die Farbtanks die Flügel streckten, war komplett Feierabend. Und seitdem trau ich dem Drucker nich mehr!
Und seit ich diesen Artikel gelesen habe, trau ich mich nicht mal mehr, neue Farbe zu kaufen, vermutlich lohnt sich’s gar nicht.
Da war Christian Z. baff: Obwohl sein Epson-Drucker wunderbar funktionierte, schaltete sich das Gerät eines Tages einfach ab. Kaputt? Nein, keineswegs. Der “Waste-Counter” hatte zugeschlagen. Dieser “Schrottzähler” schaltet den Drucker nach einer gewissen Anzahl an Ausdrucken einfach ab und meldet einen Defekt. Auch wenn der Drucker gar nicht kaputt ist. Also ein neues Gerät kaufen? Oder den Epson-Reparaturservice bemühen? Christian Z. schaute sich lieber erst einmal im Internet um und fand ein kleines, kostenloses Programm. Damit stellte er den “Waste-Counter” wieder auf Null und druckt einfach weiter.
Tja, früher war alles besser! Mein Epson - erworben Ende der 90er - hielt knapp 10 Jahre, war allerdings extrem versoffen. Hätte nicht gedacht, dass Epson inzwischen so herunter gekommen ist. Nur Epson? Weit gefehlt, denn wie einige Kommentare im Forum der News verraten, scheint diese programmierte Sollbruchstelle Hersteller-übergreifend die Regel zu sein - und das längst nicht nur bei Consumer-Printern. Hier die Best Ofs:
Epson schaltet nicht nur den Drucker ab, sondern auch die Patronen, wenn sie nach Epsons Gutdünken ihren Zweck erfüllt haben, auch wenn noch mindestens 40% Inhalt drin ist. Per Chipresetter laufen die nämlich auch noch lange weiter. Und bei der Gelegenheit kann man ja auch mal wieder erwähnen, dass die Patronen sich durch die penetrante Kopfreinigung beim Einschaltvorgang (nach Netzabschaltung via Steckdosenleiste) nach nur ca. 15 mal Einschalten nahezu selbst entleert haben. Und weil es grad so schön ist – beim Einsetzen neuer Patronen startet meist eine Power-Reinigung, die gleich mal locker 15% Tinte in den Auffangschwamm spritzt. Und das auch nur, wenn man regelmäßig mit dem Drucker druckt, aber wehe wenn der mal ein- zwei Monate nicht benutzt wurde – AMEN
das ist bei Canon aber nicht anders, zumindestens in der Pixma-Reihe. Diese Drucker sind sehr sparsam im Massendruck, aber wehe man benutzt ihn als Ottonormalverbraucher für einzelne Ausdrucke, nach dem Einschalten sowie nach jedem Druck ist erstmal ne Selbstreinigung am Werk. Angegebener Grund: Die Drucker der Pixma-Reihe sind hochauflösende Fotodrucker. Um die hohe Qualität beizubehalten, muss nach jedem Druck der Druckkopf gereinigt werden weil sonst die Düsen verstopfen.
Alles kein Wunder. Dass die Hersteller die ollen Printen mit Farbe subventionieren, ist seit Jahren kein Geheimnis mehr. Allerdings nimmt das groteske Züge an:
als irgendwann die Tintenpisser richtig billig wurden, gab es eine Sonderaktion von HP im Blöd-Markt, wo ein Drucker mit vollem Tintensatz (keine Trial-Behälter) billiger war, als ein neuer Satz Tinte dafür. Mein Kollege hatte sich gleich 3 Stk. gekauft und als die Tinte alle war, den Drucker auf seine Mülltonne an der Strasse gestellt mit einem Schild: “zum Mitnehmen, voll ok, nur Tinte alle”. Der stand keine keine 10 Min. da…
Das sieht bei meinem halbtoten Canon nicht anders aus. Ein Satz gechipte Originalpatronen kostet knapp 64 €umel, der ganze gottverdammte Drucker geht in der Bucht für’n Fuffy übern Tresen. Ich nehme an, es ist das Beste, wenn ich den Canon aus dem Fenster werfe. Vielleicht läuft gerade ein schlechter Mensch dort unten lang. Ein Terrorist oder sowas. Andererseits wäre das im Hinblick auf den Klimawandel ein waschechtes Verbrechen. Die Herstellung der 5 vollen Tanks wird wesentlich weniger Energie verbrauchen als die eines ganzen Druckers. Andererseits - was zum Teufel interessiert mich der Klimawandel? Ist doch toll, wenn’s im Winter nimmer so kalt ist. Dann spare ich Heizkosten, was letztendlich auch wieder der Atmosphäre zu Gute kommt.
Der Wiederverkaufswert des Pixma ist übrigens beträchtlich, in der Bucht geht in einigen Stunden einer für 20 Schleifen raus. Freilich auch bis auf die vorletzten Tropfen ausgelutscht. Canon versucht seit dem 4200 das Nachtanken mit Fremdpatronen zu unterbinden, indem sie einen Kontrollchip auf die Tanks tackern. Das hält findige Gedschäftsleute aber nicht davon ab, trotzdem Alternativen anzubieten.
Keine Originalpatronen, keine Refills, aber 100% kompatibel und supergünstig.Sie benötigen den Chip der original Patrone! Der Chip der Originalpatrone muss umgebaut werden! Alte Patronen NICHT wegwerfen! Eine ausführliche Umbauanleitung liegt bei!
Das muss ich glatt mal ausprobieren. Den vielen positiven Bewertungen der Händler nach zu urteilen, scheint das Umrüsten kein Hindernis zu sein. und 5,95 klingt deutlich angenehmer als 64€. Wenn der olle Pisser den Versuch nicht überlebt, dreh ich einen Horrorflm mit ihm: Pixma und der Hammermörder.
Teh Grande Kagge, Untrusted Computing