Out of Control
Feb 9th 2008
Eigentlich sollte an dieser Stelle das Remake eines Horrorfilms vorgestellt werden: Pixma und der Hammermörder. Doch dummerweise gab es ein Happy End, daher folgt eine Fotolovestory: Pixma und die Ersatzdroge.
Bevor ich dem ollen Tintenpisser mit der groben Kelle den Weg zu seinem Schöpfer ebene, wage ich einen Besuch beim Farbendealer, irgendwo hier im Viertel. Das war sehr ernüchternd, denn der hatte nur Originalfarben zu Apothekenpreisen. Pro Tank 13,95, der große schwarze gar 15,95 - macht 71,75, was deutlich über dem Preis eines neuen Druckers liegt. 2,4 Billigheimer hätte ich für den Preis bekommen. Die werden freilich auch mit nur halb- oder viertelvollen Kartouchen geliefert. Einen ganzen Satz Ersatztanks gibt’s - wie erwähnt - in der Bucht bei Tinten-Tina für 9,90 + Porto. Mehr als 21.000 positive Bewertungen, darunter viele von Canon-Nutzern, wirken recht ermutigend. Der Powerseller ist von seinem Produkt so überzeugt, dass er “Kauf auf Rechnung” anbietet. Also ab dafür.

Tint Tank: Druckerplörre mit abbaubarem Kopierschutz. Geht’s noch lächerlicher?
Obwohl erst nachmittags bestellt, kommt das Päckchen bereits am folgenden Tag an. Einige Firmen wissen, wie man aus Gelegenheitskäufern Stammkunden macht. Wie in der Artikelbeschreibung erwähnt, befindet sich eine Anleitung im Paket. Es gilt, den Kontrollchip von den Originaltanks zu entfernen und auf den preiswerten Ersatz zu kleben. An alles ward gedacht, selbst kleine Klebestreifen sind dabei. Nur ein Teppichmesser muss ich beschaffen.

Was gucks du? Der kleine Kontroletti, mit scharfer Klinge outgesourced

Der böse Chip. Links zwecks Größenvergleich eine Kugelschreiber.in
Das Austauschprogramm ist nichts für Grobmotoriker, doch einige Minuten später ist der Druckerauftrag erledigt und ich fühle mich ein bisschen wie Reece aus Terminator 1.

Präpariertes Substitutionsmittel, im Hintergrund die Originalleichen.
Der erste Probedruck - Text, schwarz - zeigt, dass der Canon sich nicht verarschen lässt. Fehlermeldung. “Sie haben eine Refillpatrone eingesetzt, Sie verdammter Schwerstverbrecher!” Das ist gar nicht wahr, nix “Refill”.

Druckfehler! Woher weiß er, dass die Patronen 3rd Party sind? Auf den Patronen selbst sind keinerlei Kontakte.
Letztendlich zeigt sich der Pixma gnädig. Fünf mal 5 Sekunden die “FORTSETZEN-Taste” gedrückt halten, für jeden Tank extra, dann geht’s weiter. Wenn er die Drohung wahr macht und den Geist aufgibt, wird er’s bereuen, dafür bürge ich mit meinem Namen! Die Garantie ist ohnehin längst abgelaufen. Es gibt zwar allerlei Kniffe, zwecks Wiederbelebung irgendwelche Codes einzugeben, Opfergaben und Voodoo-Zauber, aber mehr als eine Chance wird er nicht bekommen. Und eins steht fest: nie wieder Canon-Drucker! Die sind bis ans Ende aller Tage auf der Black List, ebenso wie alle anderen die Kontrollchips auf irgendwas kleben.