Phat Durchsatz
Jul 7th 2008

Das ging ab! Aber warum wieder Ubuntu?
Nu ja, ich wollte mal sehen, wie es meinem guten, alten Amilo geht. Fujitsu-Siemens geht’s derzeit ja recht mies. Ich hatte ‘ne Zeit lang überlegt, mir ein Notebook von Asus anzuschaffen. Weil das enorm was im Ei hat, inkl. BluRay-Laufwerk und rund 1000€ weniger kostet als ein aktuelles MacBookPro. Mein MacBookPro wurde unlängst von einem Synthesizer an seine Leistungsgrenze gedrängt, was allerdings auch an der Komplexität des Synths liegt. Aber was soll’s, es kann ja nicht schaden, auf beiden Plattformen zu hause zu sein bleiben.
Das Asus-Laptop fand ich bei notebooksbilliger.de (inzwischen ist es dort ausverkauft), auf Asus’ Webseite fand ich’s erst nach langer Suche. Es ging nicht zwischen all den Flashbannern auf deren grauenhafter Page unter, die Mikroseite des Produkts war nur über Umwege erreichbar. Wenn der Internetauftritt eines Unternehmens schon so katastrophal aussieht, rühre ich dessen Produkte erst gar nicht an. Fujitsu-Siemens’ Auftritt wirkt dagegen wirklich solide, zumindest auf den ersten Blick. Doch auch dort findet der geneigte Kunde nur über Umwege zu detailierteren Informationen.
Die Amilo-Serie leidet unter einem schlechten Ruf und wird gern als Consumerschrott verunglimpft. Das kann ich nicht bestätigen, mein altes D83sonstwas ist ordentlich verarbeitet. Es wiegt um die 6 Tonnen und keucht wie eine Dampflok. Es ist als Desktop-Ersatz konzipiert, ein Intel Pentium 4 werkelt darin, 2,8GHz, die letzte Serie ohne Hyperthreading. Besagten Synth und andere aktuelle Programme auf dem guten alten Stück zu installieren, käme einer Vergewaltigung gleich.
Nun weiß ich nicht, wie es um die Qualitäten der aktuellen Amilos steht. Zumindest die neuen Schwarz-weißen sehen verdammt gut aus. In vielen Foren ist jedoch zu lesen, dass sich die Business-Geräte (Lifebook) so deutlich von den Consumermöhren - auch anderer Hersteller - abheben, dass sich ein Vergleich lohnt. Allerdings kosten sie auch entsprechend, also hielt ich’s für ratsam, mal zu testen, ob, bzw. wie lange ich Windows überhaupt noch aushalte. Und so ward die olle Dampflok aus der Versenkung gehoben. Das Windows XP home war nach dem letzten Auftritt des Pinguins frisch installiert. Internetz reingestöpselt… Nix. Beim letzten Surf mit diesem Gerät war ich noch Hansenet-Kunde. Ich bekam es nicht auf den Zwirn, dieses verfluchte Netzwerkgeranze aufs Kabelmodem umzustellen. Sowas ist man als Macianer gar nicht gewohnt. Da steckt man das Zeug rein und fertig. Nun liegt liegt hier seit einen Tagen eine Live-CD vom aktuellen Ubuntu rum. “Geben wir dem Federvieh noch eine Chance.”
Als die CD fertig geschaufelt hatte, klickte ich auf das Frickelfox-Symbol und PENG, ich war online. Ohne Friemelei und Netzwerkakrobatik. Es funktionierte einfach. Sehr ermutigend. Also Helm ab zur Vollinstallation. Nach dem Reboot war auch XP plötzlich wieder netzfähig. Ach ja, die Neustarts, das hatte ich ganz vergessen. Man muss bei Windows das System neustarten, selbst wenn man einen gottverdammten USB-Stick rauszieht oder mehr als drei Umlaute in einem Absatz schreibt. Aber nun war der Frickeltrieb geweckt. Ob das olle Amilo Vista verkraften könnte? Auf ms.com gibt es irgendein Prüftool. Es klappert das System ab, schickt allerlei Daten nach Redmond und erstattet dann Rapport, ob Aero flott rennen wird.

Sex in der Wüste
Nach 4 oder 5 Minuten sollten die Testergebnisse kommen. Zwischendurch gab’s etwas iTainment. Splashgescreente Werbung, die mir erklärte: “Du willst Vista!”
Die Warterei war garstig, so als wenn man beim TÜV auf das Urteil über seinen alten Strich8 wartet.

Uberprüfen, eh?
Ich würd’s wollen müssen, denn die Fujitsus sind in Downgrade-Fragen recht zimperlich. Das Amilo ließ sich damals nur mit Abstrichen in der B-Note im Audiobereich auf mein geliebtes Windows 2000 downgraden. Microsofts so genannte Downgrade-Rechte sind Geschäftskunden und -modellen vorbehalten.
Hell yeah! Ich kauf mir einfach ein Vista und spiel Need4Speed 1997 Edition
Doch kamen die Ernüchterungsmeldungen.

Danke für den Tipp! Ich kaufe gleich morgen eine neue Grafikkarte für mein Laptop. Gerade wegen Aero will ich Vista doch haben!
15GB Plattenspeicher verlangt Vista. Was zum Teufel macht es damit? Vermutlich will man so verhindern, dass sich der Nutzer die Platte mit Schwarzkopien vollsaugt. Is ja dann kein Platz mehr. Zum Vergleich: Battery - ein Drumsampler - bringt 12GB Material mit. Kontakt, aus demselben Hause, hat 33GB im Gepäck. Zusammen mit Vista hat man schon 60GB verballert, ohne auch nur eine einzige Sekunde eigenen Content erzeugt haben. Sind Vista-Rechner überhaupt als Produktivsysteme zu verstehen oder sind diese Maschinen reine Premium-Content verwaltende Abspielgeräte?

Tja, Ubuntu verschlang nach all den Updates und allerlei Spielzeug rund 1GB. Und es läuft außerordentlich flüssig auf dem guten, alten Amilo. Man hat massig freien Platz für eigenes Gelumpe, dummerweise ist das Angebot an Audio- und Videosoft für Linux nach wie vor überschaubar. Ich werde für 20€ eine WLan-Karte kaufen und das betagte Laptop als Surftmöhre ins Schlafzimmer stellen. Das MBP ersetzt nun langsam komplett meinen guten alten G5. Leider schafft es Apple nicht, die Airport-Probleme aus der Welt zu schaffen. Und so ist es offen, wann’s einen neuen Rechner gibt, ob PC oder Mac. Ebenso offen ist leider auch, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, eine neue Maschine zu kaufen, sollte das umgesetzt werden, was sich Content-Mafia und EU-Kommission gerade ausdenken.
Spieltrieb, Untrusted Computing
Hi Sascha,
du könntest ja mal das http://ubuntustudio.org/ ausprobieren …
Ardour hab ich schon installiert und via “Jack” auch zum Tönen gebracht. Verglichen mit frühen Live-Versionen wirkt die Soft sehr befremdlich. PlugIns - selbst EQs - musst du irgendwo im Netz suchen.
Bzgl. Ubuntustidio… man kann die Repositories davon auch in das “normale” Ubuntu einbauen. :o)
Frage.. was für Audio- und Videobearbeitung benutzt Du im speziellen? Also, welche Bedürfnisse müssten abgedeckt sein?
Tja, das ist das Problem:
Audio - ausschließlich Ableton Live, inkl. viele leckere Sachen von Native Instruments
Video - Apple Final Cut
All die Apps sind auch registriert. Die Linux-Nummer beruht also nur auf Interesse. Und wie ich mich kenne, sind Sachen, die nicht gleich so wollen, wie ich mir das denke, schnell deinstalliert. Ich würde gern einen (halbwegs) objektiven Artikel daraus machen. Und das stelle ich mir schwierig vor, weil die Teile wirklich um Dekaden hinterher hinken. Und ich weiß nicht, wie weit man das Open-Source- und Freeware-Argument überdehnen kann.
Bei Cinelerra muss zum einen das Demo gut werden und du musst den Leuten erstmal erklären, wie man’s installiert. Man muss den Leuten schonend beibringen, dass Motion und Livetype nicht dabei sind, aber dass man sich ein kleines Shake selber basteln kann.