Anna Alster

Dec 9th 2009

Anna Alster ist meine imaginäre Maklerin, in ihrem Bezirk stehen die meisten meiner zahlreichen Wunschhäuser.


Wäre ich nicht so eine unglaublich faule Sau, hätte ich längst so eine Bruchbude zum Schnäppchenpreis ergattert. Aber Umzüge sind anstrengend, nicht nur in Köln und Düsseldorf zu jecken Zeiten.

Abgesehen davon hat das Alsterviertel weitere Tücken. Für die Parkplatzsuche gibt es nur ein kurzes Zeitfenster, irgendwann morgens zwischen drei und fünf. Sucht man eine Nische für sein Vehikel, um ein mehr oder weniger langweiliges Bild vom Umfeld zu machen, rödelt man länger durch die Gassen als Ben Hur beim Wagenrennen. Dem aufmerksamen Beobachter wird während dieser Odyssee eine befremdliche Erkenntnis zuteil: es gibt dort keine Geschäfte. Kein Kiosk, keine Tanke, nicht mal ein halb-insolventer Tante-Emma-Laden. Nix! Dass Aldi, Penny und Lidl dort keinen Fuß in die Tür kriegen, leuchtet ein. Der Durchschnittsalstermensch würde lieber verhungern als sich deren Proletennahrung reinzuquälen. Und vermutlich müssten die Discounter ein Konsortium mit Microsoft und Google gründen, um die Miete zahlen zu können.

Wahrscheinlich schickt man das Gesinde mit dem Dienst-Ferrari zum Feinkostlädchen in der unheiligen Rothenbaumchaussee. Dort wo einst Steffi Grafs größter Fan, Günter Parche, die Kontrahentin - und Weltranglistenerste - Monica Seles niederstach. Seles’ Karriere war danach am Ende, Parche bekam zwei Jahre Haft. Die Rechtsprechung in Hamburg trieb schon immer seltsame Blüten.

Ein weiser Mann sagte einmal:

Goa would be the best [electronic music] genre ever, if it weren’t for the fucking hippies

Das trifft’s auch beim Alsterviertel. Es könnte das schönste Fleckchen Hamburgs sein, wären da nicht diese scheiß Schnösel.

Pix

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