Luckytown

Dec 16th 2009

Nicht nur die Mauer und die beliebten Selbstschussanlagen trennten einst das Land. Es gab und gibt hie und da auch natürlich gewachsene Grenzen. Da wäre der Yangze an der deutsch/chinesischen Grenze und die Elbe, die hinterfotzig eine mehr oder weniger gerade Schneise durchs norddeutsche Flachland zieht. Bei Glückstadt (mit einem “s”), wo sie Schleswig-Holstein von Niedersachsen trennt, wartet Charon der Fährmann auf Kundschaft.


Per Anhalter über den Acheron die Elbe. Drückte man Charon eine Münze für die Überfahrt in Hand, um halbwegs trockenen Fußes beim Hades anzukommen, will der Elbfährmann 10 Euro sehen. Dafür darf man allerdings sein Vehikel mitnehmen.


Nicht ganz so breit wie der Amazonas bei Marajó, aber schon ganz ordentlich:
die Elbe beim Fähranleger Glückstadt. Die Sandbank sorgte dafür, dass Hamburg beliebtestes Hafennest des Sonnensystems wurde und nicht Glückstadt. Nuja, Pech gehabt.


Diese Schmach steckt den Glückstädtern so tief in den Knochen, dass sie noch heute jeden standesrechtlich köpfen, der sie darauf anspricht.


Scherz beseite. Glückstadt ist ein hinreissendes kleines Nord-Nest


mit etwas Industrie hie und da


und saft’gen Auen (selbst im Winter!)


und einem Hauch Neuseeland

Und drumherum ist nichts.


Wunschhaus-Alarm! Mit DSL und fließend Wasser hätte es seinen Reiz.

Pix

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