Hans Dampf
Jun 20th 2010
Konfiguriert man sich einen Mac Pro, gibt’s derzeit die Wahl zwischen zwei Basis-Geräten. Das Einsteigermodell mit 4 Kernen à 2,66 GHz startet bei vermeintlich günstigen 2299 Euro. Das 8Core-Flagship lassen wir außer acht, das wäre für den späteren Vergleich unfair.
Die vierkernigen Prozessoren gibt’s in drei Güteklassen. Wählt man die mit 2,93 GHz getakteten Xeons, wird der Mac 360.- teurer, will man 3,33 GHz pro Kern, zahlt man gar 1080.- drauf. Nehmen wir die goldene Mitte, auch wenn 2659 Eurinos nicht mehr ganz so verlockend klingen.
Unser Einsteiger-MacPro hat ab Werk lächerliche 3 GB RAM verbaut. Mein knapp zwei Jahre altes Notebook hat 4 GB. Hier gilt es, ein wenig nachzurüsten. 5 GB extra kosten bei Apple 225 Euro. Der leicht gepimpte Vierkern-Mac Pro kostet nun 2884 Euro. Zeit, nach größeren Festplatten zu suchen, denn das Basismodell offeriert gerade einmal 640 GB, soviel wie mein Aspire vor knapp zwo Lenzen. Acer hatte allerdings den Anstand, die Kapazität auf zwei Platten zu verteilen.
Die Wahl fällt auf zwei 1 TB-Platten. Die erste kostet 90.- Aufpreis, der Einzelpreis für die zweite liegt bei 270 Euro. Unser kleiner vierkerniger Big Mac kostet nun 3244.- und ist mit einer lumpigen GeForce GT 120 gestraft. Die GT 120 ist im Grunde eine im Kerntakt leicht kastrierte 9500 GT - mit anderem Worte: asbach. Sowas verbauen die Jungs aus Cupertino ohne den Anflug einer Schamesröte in ihren sogenannten HiEnd-Systemen. Für den 8Core werden dieselben Modelle angeboten. Wahlweise kann man drei weitere GT 120 einbauen lassen oder mit einer ebenso betagten Radeon HD 4870 vorlieb nehmen, die für 180.- Aufpreis sorgt. Modernere Karten wie die GTX 285/295 stehen nicht zur Wahl. Die Radeon, die im Sommer 2008 das Licht des Marktes erblickte, treibt den Endpreis auf 3424 Euro.
Bei Combat Ready ist mit der GT 240 das untere Ende der Fahnenstange erreicht. Man bekommt für das Downgrade aus einem 800€-Standardsystem 55.- gutgeschrieben, wenn man sich freiwillig mit dem ollen Ding zufrieden gibt. Bei einem Downgrade auf eine 5570 sind gar 60.- auf der Habenseite. Und bei Apple ist bei der HD 4870 Schicht. Eine 1 TB-Festplatte kostet 185 Euro weniger als bei Apple.
Hans Dampf - so werde ich den PC taufen, den ich bei Combat Ready gerade geordert habe - hat ein wenig mehr zu bieten. Fangen wir beim Board an:
ASUS M4A89GTD Pro 890GX AM3 RAID
2x USB 3, je 1x SPDIF und eSata. Aufrüstbar bis 16 GB RAM. (Der kleine MacPro spielt auch nur bis 16 GB mit, 32 GB RAM sind dem großen Bruder vorbehalten)
Im Board stecken ein AMD X6 1055T (6 Kerne à 2.8 GHz), 8 GB Marken-RAM und ‘ne GeForce GTX 285.
Apple gibt leider nicht an, unter welcher Flagge die Festplatten des MacPro segeln. Also reiner Schwanzvergleich: Hans Dampf hat ebenfalls zwei drehfreudige 1 TB-Platten (Samsung HD103SJ Spinpoint F3, 7200 U/min). Mit thermischen Problemen, wie vom MacPro berichtet, rechne ich nicht. Der Midi-Tower von Coolermaster hat zwar etwas Lieferzeit, aber - laut Angaben - auch ein brauchbares Kühlkonzept. Den AMD kühlt ein Xigmatek Scorpion HDT-S1283. Das Teil erinnert an den Zylinder eines Mofas. Naja, die Maschine hat knapp 1 PS (Netzteil: 0,7 kW), der Vergleich mit einem Mofa ist also nicht ganz so weit hergeholt. Selbst der Preis bewegt sich in einem halbwegs identischen Rahmen, nämlich 2001 Euro unter dem des Macs. Eine Windows 7-Lizenz (64 Bit, for Adobe’s sake!) und Versandkosten sind freilich inkl.
I’m a PC and that’s why!
Wegen der Lieferzeit des Gehäuses wird der Renderpanzer vermutlich erst übernächste Woche eintreffen, aber was soll’s, darauf kommt’s nun auch nimmer an. Die Recherche dauerte ‘ne Weile. Man hat halt ‘ne geradezu erschlagende Auswahl, liest erstmal Specs und fragt hernach ein paar Leute mit Durchblick, welche davon besonders wichtig sind. An dieser Stelle besten Dank ans Forum von Computerbase - you guys’re great! Combat Ready war ebenfalls ein (indirekter) Tipp aus diesem Forum. Alterate war zu teuer, bei Hardwareversand fehlten div. angepeilte Teile, RocketPC hatte ein gewöhnungsbedürftiges Shopsystem. Wenn ich schon Jahr und Tag damit verbringe, herauszufinden, welche Innereien ich brauche, dann will ich auch exakt diese Teile haben. Combat hat zum einen ein phantastisches System, bereitet eine Konfiguration Probleme, weist das Shopsystem darauf hin. Zum anderen haben sie ein eigenes Forum, in dem man die Brauchbarkeit seiner Kreation noch einmal absegnen lassen kann.
Service-Oase Deutschland!
Selbst an einem Sonntag antwortet dort jemand und empfiehlt im Zweifelsfall ein anderes Grafikkartenmodell, weil das gewählte in der aktuellen Konfiguration zu heiß werden könnte. Obendrein gibt’s 5 (!) Jahre Garantie. Apples Garantie erlischt nach einem Jahr. Für eine zweijährige Verlängerung - Apple Care - genannt, verlangt Apple 299.- Euro. Genau genommen liegt die Differenz zwischen Hans Dampf und dem kleinen, gepimpten MacPro mit alternder Grafik also bei 2300 Euro. Wobei sich Hans dann immer noch zwei Jahre länger in Sicherheit wiegt, mit zwei zusätzlichen Kernen arbeitet und ein paar Extras wie eSata-Schnittstelle und USB 3 mitbringt.
Fall nun jemand Lust zum Basteln bekommt: eine 8Kern-Xeon-Workstation, ähnlich dem HP Z600, nur mit etwas mehr Bums in Sachen Arbeits- und Massenspeicher, klatscht man sich für rund 1700.- zusammen, wenn man wirklich jeden Handschlag selber macht. Der wird dann auch dem großen MacPro gefährlich und die Preisdifferenz ist noch gewaltiger.
Liest sich gut! Einen Vorteil hast du hier nicht genannt (auch wenn du das sicher weißt): Eben die Möglichkeit, auch zwischendurch mal jede Komponente für vergleichsweise kleines Geld zu aktualisieren - egal, ob das nun der Prozessor ist (immer auf den Socke achten), oder gar ein neues Board. So umfangreich “durchtauschen” kann man nur mit PCs. Für mich ebenfalls ein schöner Vorteil. Ich werde womöglich den Mittelweg gehen. PC-Komponenten mit Mac OS X = PearC!
Ich nehme an, ich bin mit dem PC in zweierlei Hinsicht auf der sicheren Seite:
Adobe. Wenn sie die Mac-Versionen wirklich irgendwann einstampfen … auch wenn ich das gewiss nicht herbeisehne, man hat bekanntlich schon Pferde kotzen sehen.
Apple selbst: bauen sie irgendwann wirklich nur noch Abspielgeräte? Das letzte Upgrade des MacPro liegt wie lange zurück? 2 Jahre? OK, der Mini bekam vor kurzem ein Facelifting. Und mehr als einen Mini braucht man auch nicht, um Apps zu programmieren.
jetzt fehlt nur noch ein brauchbares os *duckncover*
viel spass mit dem teilchen
Brauchbares OS? Sowas gibbet?
Erste Erfahrungen mit Win7:
1. Externe Backup-Platte (aus Vista-Zeiten) angeschlossen, 7 friert sich den Arsch ab. Kaltstart.
2. Externe HD angelassen. PC gestartet, same thäng.
3. “Gezz schick ich das Dreckvieh zurück! Long live the Fernabgabegesetz.”
4. Man hat ja Sportsgeist. Meine beiden alten Backup-Platten aus OSX-Zeiten angestöpselt, um ein paar Audio/Videofiles nach Redmondhausen zu holen. Keine Schmerzen!
5. Die beiden Platten formatiert/partitioniert. Ich werde ohnehin keinen Mac mehr besitzen, schätz ich.
6. Alles löpt, selbst die externe Windows-HD, obwohl die keine Formatierung bekam.
7. Also schnell isser ja, im Grunde genommen. AVCHD is immer noch ‘ne Qual, selbst bei 720p